Die Gutachterrepublik

Wenn das Recht auf der Strecke bleibt (ARD-Dokumentation von 2015)

ein Beitrag von Sticky

Eine erschreckende, alarmierende Dokumentation, die auch 2 Jahre später nicht weniger gruselig ist. In Ansätzen habe ich in den letzten Jahren meine eigenen Erfahrungen gemacht und erkenne einiges in der Doku wieder.

Die Macht der Amtsärzte und Gutachter, Gutachten nach Aktenlage und die Tricks der Versicherungen, alles das macht wütend. Ich habe schon Berichte über mich gelesen, 10 Seiten stark, nach 5 Minuten Gespräch mit einem Unbekannten.

Wie schnell man da richtig Probleme bekommt, weil irgendein Hansel völlig falsche Dinge ins Dokument schreibt, es ist kaum zu glauben, es ist kriminell.

Da tut so ein Bericht gut, ich bin nicht allein. Andere sind weitaus schlimmer betroffen. Trotzdem bekomme ich Angst. Ich bin der Willkür ausgesetzt. Hoffentlich habe ich mehr Glück, als die Menschen in dem Film. Und hoffentlich wird die Politik hier aktiv, zumindest einen Teil des Schreckens könnte man verhindern. Es wird im Film auch gesagt, wie: Gutachten müssen anonymisiert ablaufen. Der Gutachter sollte nicht wissen, für wen ein Gutachten erstellt wird, dann ist viel gewonnen.

Puh, erstmal schütteln. Ist das krank.

Zensur: Das Original-Video ist vor etwa einem Jahr vom WDR bei Youtube gelöscht worden, auf eigene Veranlassung, so der Sender. Das vorliegende Material scheint aus privater Quelle zu stammen. Die eigentliche Doku dauert nicht so lange, wie das Video ist. Laufzeit: 44 Minuten. Wahrscheinlich fällt es so durchs Raster 😉 Guckst du besser schnell…

Die 10 Gebote der Gelassenheit

Der Text klingt ein wenig verstaubt, aber inhaltlich finde ich das nicht schlecht. Es hat zumindest nichts an Aktualität verloren. Oder?

Die 10 Gebote der Gelassenheit:

Bild: Heike

 

01. Leben

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

02. Sorgfalt

Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern… nur mich selbst.

03. Glück

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin … nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

04. Realismus

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

05. Lesen

Nur für heute will ich eine halbe Stunde meiner Zeit meiner körperlichen oder seelischen Gesundheit widmen, der Entspannung, einer guten Lektüre oder körperlicher Betätigung.

06. Handeln

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.

07. Überwinden

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe.

08. Planen

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich daran, aber ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

09. Mut

Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände dem widersprechen sollten,  dass eine gütige höhere Macht sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

10. Vertrauen

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben.

Die Quelle: Papst Johannes XXIII. (1881 – 1963 )

 

Meditation für Skeptiker

Meditation für Skeptiker

Meine größte Hürde auf dem Weg zur Meditation und Achtsamkeit war und ist das Getue drum herum. Ich setz mich doch nicht mit lauter Blumenkindern in einen Kreis und mache OMMMMM. Nee, echt nicht.

Wenn ich in Laos oder Tibet einen Mönch sehe, erwarte ich fast, dass er meditieren kann, der Hausfrau um die Ecke gestehe ich das nicht zu, so viel Selbstkritik muss sein. Ich stelle fest, da gibt es Vorbehalte und Vorurteile.

Nun musste ich mich aus gesundheitlichen Gründen mit dem Thema beschäftigen. Stärkung der Selbstheilungskräfte war das Stichwort. Zu meinem Glück bekam ich meinen ersten Unterricht nicht von einem Blumenkind, wer weiß, ob ich da zugehört hätte…

Mein Bettnachbar im Krankenhaus hat jeden Morgen erst mal ein paar Übungen gemacht. Ob ich geguckt habe oder geschlafen, es hat ihn nicht gejuckt.

„Moin, was machst denn da?“ „Qi Gong“

Karate in Zeitlupe, so war seine kurze Erklärung auf meine spätere Nachfrage.

Im Krankenhaus wurde jeden Morgen eine Runde Yoga angeboten. Nach dem Abfall der Scheu hat mir das gut gefallen. Den Singsang dabei und die Klangschale hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber egal.

Auf diese Weise bin ich, trotz Gegenwehr, mit der ein oder anderen Technik in Berührung gekommen und meine Einstellung hat sich verändert. Ich bin etwas kleinlauter, demütiger und respektvoller im Umgang mit unbekannten Methoden geworden. Im Zweifelsfall probiere ich heute erst was aus, bevor ich zu lästern wage.

Mittlerweile meditiere ich jeden Tag mindestens einmal, manchmal nur ein paar Minuten. Einige Übungen kann man sogar nebenher machen, so wie es in den Tag passt. Ich bin beeindruckt, wie schnell man messbare Ergebnisse erzielen kann: Blutdruck senken und Kreislauf in Schwung bringen, nur durch denken. Was geht noch?

Da ich persönlich ein Buch besonders hilfreich fand, möchte ich das hier auch nennen. In dem Text erklärt ein Neurologe und Wissenschaftler die Meditation und was diese im Körper auslöst. Genau richtig für mich, der erst Beweise sehen muss, bevor er glauben kann.

Ulrich Ott – Meditation für Skeptiker (Droemer, ISBN 978-3-426-30070-1)

Ok, soweit von mir. Bilder hab ich aus der Mediathek eingefügt.

Servus!