Wie der Erzbischof seine Chancen verspielte

Unter das Motto #dosomething (Tu was) hatten die diesjährigen Firmlinge in Fröndenberg ihre Gruppenarbeit gestellt, darunter befand sich auch mein Neffe.

Angelehnt war die gewählte Aktion an das Musikvideo von Matthew West. Ein Aufruf, nicht nur zu reden, sondern tatsächlich was zu tun. Sicher ein positiver und christlicher Ansatz. Das fanden auch die Fröndenberger Jugendlichen und so haben sie mit einigem Aufwand ein Video entstehen lassen, welches dann am letzten Sonntag in der Kirche gezeigt wurde.

Ich selbst bin nicht katholisch, aber die Fröndenberger Kirche kenne ich von anderen Anlässen. Ein imposanter Kirchensaal. Und ein würdiges Plätzchen für das Video mit den positiven Botschaften.

Am Sonntag war volles Haus, was auch dort nicht selbstverständlich ist. Na ja, Firmung ist was besonderes, da kommen halt schon mal mehr Menschen. Vielleicht waren auch einige da, weil sich der Erzbischof angekündigt hatte?

Wow, dachte ich, da kommt ein Würdenträger zur Jugend. Sehr vorbildlich und modern. Und dann kommentiert er mit seinen ersten Worten das Video und macht alles kaputt.

 

„Es ist ja ganz schön das Filmchen, aber ich bin wohl zu alt und kann das nicht mehr verstehen, aber ich muss das ja auch nicht nicht, solange ihr euch davon angesprochen fühlt…“

Hallo? Sehr geehrter Bischof Becker, Sie müssen den Film auch mal anschauen. Wie ich erfahren habe, hat man Ihnen das Video vorher gezeigt oder zumindest angeboten, dies zu tun. Nein, man muss die englischen Texte nicht übersetzen können, aber die Botschaft konnte man auch so verstehen.

Auf Nachfrage hätten Sie sicher auch eine (exklusive) Übersetzung bekommen. Die Jugendlichen wollten etwas präsentieren, was so einfach und klar daher kommt, dass es jeder versteht, auch der Erzbischof. Aber was soll man tun, wenn jemand so wenig Interesse zeigt?
Deutlicher kann man die Kluft zwischen Jung und Alt nicht darstellen, als mit Ihrer Haltung. Was für eine Enttäuschung für die Macher.

Sind Sie nicht auch da gewesen, um Brücken zu bauen? Egal wie die Predigt später war, mir ist nur ihr Auftritt am Anfang in Erinnerung geblieben.

Die Fröndenberger Kirche hat übrigens eine neue Orgel. Die klingt bombastisch gut. Die Musik während der Veranstaltung war top. Dem Orgelspiel hätte ich noch lange zuhören können.

Spiel des Lebens auf chinesisch

Das Sozialkreditpunktesystem

China macht aus dem ganzen Leben ein gigantisches Spiel mit Punkten. Wer sich innerhalb des Regelwerkes bewegt bekommt Punkte, wer dagegen verstößt, wird bestraft.
Wenn man dem Artikel in der FAZ Glauben schenkt, dann punktet man u.a. mit Gesetzestreue, moralischem Wohlverhalten, sozialem Engagement und zum Beispiel Aktivitäten im öffentlichen Interesse und Umweltschutz.

Wer nicht punktet wird bestraft. So können Chinas Entscheider künftig auch festlegen, welches Produkt Punkte bringt und welches nicht. Ausländisches Auto? Geht gar nicht: 0 Punkte.
Man benötigt nur wenig Fantasie für weitere Beispiele. Doofes Spiel, die Bank gewinnt immer.

Quelle: FAZ.
Weitere Artikel zum Thema: Das Ende der Freiheit.

Vielen Dank an Matthias für den Hinweis auf den Artikel

China ist überall

Wir müssen nicht bis China gucken, haben selber genug Überwachung im Lande oder im Netz. Schlimmer, wir geben unsere Privatsphäre sogar freiwillig her und finden die Werkzeuge auch noch cool (WhatsApp, google, Facebook usw).

Wie weit die Überwachungstechnik ist, konnte man am Rande der letzten Wahlkämpfe beobachten oder der Fachpresse entnehmen.

Quasi ein  Nebenprodukt der Überwachungsindustrie ist eine Software von Microsoft.

Zeige ein Bild mit einem Gesicht und die Software sagt dir das Alter der Person.

Ausprobiert habe ich das und es funktioniert erschreckend gut. Nimm am besten ein Bild von deinem Nachbarn ;o)

Möchtest du auch mal? Hier geht es zum Dienst von Microsoft.

Moderne Krankenhauskost (mit Rezept)

Die leckeren Wraps von Mirko

Nur auf den ersten Blick mag es überraschend sein, dass dieser kulinarische Hinweis aus einem Krankenhaus kommt. Wenn man dann weiß, dass dort ein junger, motivierter Koch zusammen mit einer funktionierenden, freundlichen und fleißigen Truppe arbeitet, dann ist es eher ein Ergebnis von guter Arbeit.

Da mein Aufenthalt in Sundern im schönen Sauerland nicht mit einer OP oder ähnlichen Eingriffen zu tun hatte, war ich durchaus in der Lage, mich über das Essen zu freuen.

Klick auf das Bild, um es in Originalgröße zu öffnen

Meine liebe Frau kam gerade zu Besuch, als ich die Reste einer solchen Mahlzeit noch auf dem Teller hatte. Kurze Zeit später waren schon zwei Menschen ganz angetan von den leckeren Wraps. Ich hätte ein Foto machen sollen… nun ist es meine Erinnerung, die mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. (Bild nachträglich unten eingefügt)

Unser Lob blieb nicht ungehört und hat Koch Mirko gefreut. Ein paar Minuten später hatte er uns das Rezept notiert und sinngemäß dazu gesagt:

„Ich habe ein paar Anmerkungen dazu geschrieben, damit es auch so gelingt, wie ihr es hier gegessen habt.“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Ach doch, aber das ist ein anderer Artikel… in Kürze hier.

Nachtrag: Ein Bild von den Wraps, hmm lecker.

Silvia’s Wraps nach dem Rezept aus Sundern.

Brot von gestern

Vielleicht bekomme ich ja noch raus, von wem das gesprochen wurde. Bis heute weiß ich nur, wer mir das weitergeleitet hat.

Herzliche Grüße an Helmut auf diesem Weg. (Mögen deine Obstgärten reiche Früchte tragen :o)

Um was geht es denn hier bitte?

Ein kurzes, amüsantes Video aus der Bäckerei. Film ab.

Wenn du weißt, vom wem das gesprochen ist, schreib doch bitte einen Kommentar, vielen Dank.

Schönes Wochenende.

App-Tipp: Knoten 3D (Knots 3D)

App-Tipp November 2017

Wer einen Bootsführerschein oder Segelschein macht, braucht sie. Die meisten Kletterer kommen ohne sie nicht zurecht. Manchmal hat man sie in der Zunge: die guten alten Knoten.

In der App werden Knoten erstmal gruppiert nach Anwendungsgebiet. Ordentliche Animationen zeigen jeden Knoten und wie er gemacht wird.

Dazu gibt es ggf. Hinweise auf bessere Alternativen und Tipps für die Anwendung.

Die App ist schick gemacht, lehrreich und informativ. Mit nur wenig Fantasie ist es auch eine Geschicklichkeitsübung oder eine spielerische Herausforderung.

Der Titel ist Englisch, aber die Texte und Erklärungen sind in deutscher Sprache.

Fazit: Knoten macht man immer wieder mal. Warum nicht ein paar neue lernen? Gut präsentierte Anleitungen. Tolle App. Außerdem ohne Werbung.

Die App war zum Zeitpunkt, als ich den Artikel geschrieben habe, kostenlos. Es macht die App nicht schlechter, aber natürlich unattraktiver, wenn man nun dafür zahlen muss.

Hier geht es zur App.

Weitere App-Tipps

 

Film: Die wunderbaren Kräfte der Hypnose

Schon in der Schule hat mich das Thema Hypnose beschäftigt, als irgendein Magier seine Hypnosekünste vorstellte und reihenweise Menschen von meiner Schule in Trance versetzt hat.

Damals habe ich nach dem Trick gesucht, dem doppelten Boden. Skeptisch ist zu wenig, ich war ablehnend ungläubig.

Dann hatte ich das Glück den Onkel eines Schulfreundes zu erleben. Vizeweltmeister der Magier (nein, Hypnose hat nichts mit Magie zu tun, ist aber dennoch magisch 🙂, schon in den USA bekannt und bei uns im TV (Grüße an Claudius, falls er je hier entlang kommt :). Jedenfalls hat der nicht nur unglaubliche Fertigkeiten mit Spielkarten drauf gehabt, er hat Claudius vom Fleck weg hypnotisiert und gegen seinen Vater ‚antreten‘ lassen.

Ohne näher auf diese Begebenheiten eingehen zu wollen, das war sehr beeindruckend und vor allem, es war kein Trick im Sinne von veräppeln.

Mich hat das damals zu dieser Denkweise gebracht: Wenn das Hirn mit Impulsen und Schwingungen arbeitet, die durch den Körper gehen, umgewandelte Signale, die durch unsere Sinne erfasst werden, um wieder in elektromagnetische Schwingungen gewandelt zu werden, dann ist es fast sicher auch möglich, die Signale auch von außen zu geben… Das fand ich faszinierend bis abschreckend.

Bei diesem Halbwissen ist es lange geblieben, immer vermengt mit dem unguten Gefühl, dass man bei Hypnose willenloses Opfer eines Weißkittels ist… nee, geh weg.

Seit einiger Zeit erlerne ich die Meditation, u.a. als Mittel gegen Schmerzen. Auch da musste ich erst meine Vorurteile über Bord werfen, mein inneres Bild korrigieren, von sektenähnlichen Wesen, die gemeinsam wirr reden und ommm machen :o) So in etwa.

Ich tue mich immer noch schwer, wenn bei Übungen zu viel Klangschale und Singsang dabei ist, das ist eben nicht meins.

Aber ich habe mittlerweile ein eigenes Meditationskissen, gestalte also mein eigenes Ritual. Das könnte man auch weglassen, aber es hilft mir einen bestimmten Zustand schneller zu erreichen, weil man neben Bildern auch das mittlerweile bekannte Gefühl der Entspannung (Schwere) mit seinem Ritual verbindet und diese Erinnerung nach einer Weile immer schneller abrufen kann. Die Meditation verstehe ich dabei als eine Art Vorstufe der Hypnose. Und diese Kraft zu erleben, die eigene Kraft, das ist was schönes, erhebendes, positives.

Achtung: Film nur bis 15.11.2017 abrufbar

Etwas mehr als gefährliches Halbwissen und meine mäßig beschriebenen Erfahrungen vermittelt der Film, der diese Tage auf Arte lief und bis zum 15. November 2017 zur Verfügung steht.

Video: Die wunderbaren Kräfte der Hypnose (52 Minuten)

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Vielen Dank an Stefan für den Hinweis auf den Film!

 

 

eSport Fussball wird erwachsen

VfL Bochum steigt in den eSport Spielbetrieb ein.

Für einige undenkbar, für andere längst überfällig, viele Wissen nicht mal, worum es geht: die Rede ist von eSports. Ja richtig, spielen an der Konsole oder dem PC. Die Fifa Serie von Electronic Arts ist seit den Neunzigern bekannt. Mittlerweile lassen sich damit wirklich prima Fußballspiele simulieren.

Im Freundeskreis haben wir schon vor 10 Jahren die Pixelkicker-Turniere veranstaltet, jetzt ist das Thema bei den echten Vereinen angekommen.

Der VfL Bochum steigt als 5. deutscher Proficlub und als erster Zweitligist in den professionellen Spielbetrieb ein. Zwei Spieler, 19 und 21 Jahre alt und schon bei diversen Turnieren erfolgreich, sind die Grundpfeiler der ersten Saison. Der VfL setzt nach eigenen Angaben auch im eSport auf den Nachwuchs, der dann auch zusammen mit den beiden Profi-Gamern trainieren soll.

Ist das denn ernsthaft ein Sport?

Wenn sich Hunderttausende in Wettbewerben messen, an Taktiken feilen und Spielzüge trainieren, dann ist das ganz klar sportlicher Wettbewerb. Mehr muss man nicht sagen.

Vor Jahren gab es auch schon tolle (Fußball)Spiele am PC, aber der Fifa-Titel war noch keine echte Simulation. Wer heute erfolgreich spielen will, der muss schon ein gewisses Maß an Spielverständnis aufbringen oder kann das Spiel sogar hier erlernen.

Wer es nicht glaubt, der lese an dieser Stelle weiter und schaut sich mal ein Spielchen an…

Kein guter Streich

Es soll ja hier kein reiner Fußball-Blog sein, aber das Thema bietet so schön viele Emotionen, über die man sich auslassen kann, manchmal muss 😉

Vor einiger Zeit habe ich das mit dem Artikel ‚Die Robbenschwalbe‚ gemacht, um mir Luft zu verschaffen und auch heute kann ich mich wieder über mangelnde Fairness und schlechte Vorbilder beklagen.

Freiburg, einstige Hochburg des fairen Fußballs, ist Ort des Geschehens. Der BVB zu Gast im Breisgau. Das Spiel einseitig langweilig, bis zum Schluss keine Tore. Bittere Bilanz des BVB: Zwei Verletzte.

Einer davon Marcel Schmelzer. Von hinten getroffen, bitter vom Freiburger am Standbein getroffen …aua (@Sky: müsst ihr das 20x wiederholen?). Der Schiedsrichter zückt die gelbe Karte.

Und nun kommt die neue Regelung zum Einsatz. Der Videoschiedsrichter greift ein, (das soll er nur bei klaren Fehlentscheidungen), dann einen Moment Beratung und schließlich korrigiert der Mann in Gelb sich und zeigt nachträglich glatt rot. Begründung überflüssig, auch für die Experten im TV eine klare Sache. Alles richtig so.

Herr Streich (der Freiburger Trainer) packt sich an den Kopf, rauft sich Haare, winkt ab, lacht sarkastisch. Hallo? Der Schiedsrichter, der das sachlich ruhig durchgezogen hat, signalisiert für alle gut sichtbar: der Hauptschiedsrichter in Köln hat eine Zeitlupe studiert.

Das muss doch für den Freiburger Trainer klar sein, dass der Mann am Bildschirm mehr sieht, mit Slowmo und 9 Wiederholungen. Muss man sich dann so aufführen? Bei allem Verständnis für den Druck eines Trainers, aber so geht das nicht.

Nebenbei wird Marcel Schmelzer mit der Trage vom Platz und dann ins Krankenhaus gebracht.

In der Halbzeit kein Wort im TV über dieses wenig vorbildliche Verhalten des Heimtrainers. Der DFB gibt sich immer so eine Mühe mit Fairplay rund um den Fußball, ich bin gespannt, ob das eine gelbe Karte für Christian Streich gibt.

Der Mann hat heute bei mir Punkte verloren. Vielleicht guckt er sich ein paar Wiederholungen an und besucht Herrn Schmelzer anschließend im Krankenhaus.
Gut das morgen Bochum spielt. Endlich wieder Fußball :o)