Thema Solar: Noch interessant oder wieder out? Experteninterview.

Die Kraft der Sonne

Nach anfänglichem Hype um das Thema Solarenergie, vielen Fördergeldern, etlichen Firmengründungen und fast genauso vielen Pleiten, ist es ruhig geworden um das Thema. Wir fragen nach, ob es sich als Privatmensch lohnt, das Thema weiterhin zu verfolgen.
Wir freuen uns, dass wir dazu Stefan befragen können. Stefan ist seit etlichen Jahren in der Branche tätig, hält u.a. Vorträge und weiß, wie es um die Solarenergie, bzw deren Nutzung, bestellt ist.

Tom: Hallo Stefan, du bist schon sehr lange an dem Thema Solar dran. Ist der Hype vorbei oder geht es erst richtig los?

es muss nicht immer ein ganzes Dach sein

Stefan: Zu den Pionieren habe ich nicht gehört, bin aber seit 2010 aktiv dabei. In dieser Zeit habe ich die ein oder andere Anlage projektiert, vertrieben und installiert. (zwinkert, Anm. d. Red.)

Von einem Hype kann man nicht mehr sprechen, der ist in der Tat erstmal vorbei.
Aber es gibt Gründe, sich eine Photovoltaikanlage zu installieren:

Kosten sparen. Das klappt am besten, indem ich auf der einen Seite weniger Strom einkaufen muss und auf der anderen Seite überschüssigen Strom zu ähnlichen Preisen verkaufen kann. Beides trägt zur Abzahlung der Anschaffungskosten bei. Seit April 2012 bekommt man bei der Stromeinspeisung aber weniger, als der Strom im Einkauf kostet.
Wenn ich zur arbeitenden Bevölkerung gehöre, hält sich mein Eigenverbrauch tagsüber, wenn die Sonne scheint, in Grenzen und ich muss den Strom billig an den Netzbetreiber verramschen. Das ist nicht attraktiv und hat das Interesse an Photovoltaikanlagen zurückgehen lassen. Wenn ich allerdings tagsüber zuhause bin und ein paar Euro über habe, würde ich mir sofort ein Angebot erstellen lassen.

Tom: Wäre es dann nicht eine logische Alternative, den selbst erzeugten Strom in einem Batteriesystem zu speichern, um ihn später verbrauchen zu können, wenn man zuhause ist?

So schick kann das aussehen

Stefan: Ein paar Überlegungen sprechen dagegen: Photovoltaik-Batterien kosten noch eine ganze Menge. Bei der Speicherung in Batterien und der späteren Entnahme habe ich außerdem Verluste. Mir steht also weniger Strom vom Dach zur Verfügung als ursprünglich erzeugt wurde.
Die Amortisationsrechnungen, die ich kenne, ignorieren diese Verluste gern. Solche Speicher rechnen sich nur, wenn in der Zukunft der Strompreis massiv steigen würde. Bloß wie der sich entwickelt, ist beim Anlagenkauf heute reine Spekulation. Es ist also eine gehörige Portion Unsicherheit im Spiel. Ökologisch ist es auch nicht unkritisch, da mir keine Anlage bekannt ist, mit der Lithium-Ionen Akkus am Ende der Lebensdauer, also nach ca. 20 Jahren, recycelt werden könnten.

Tom:  Ich hätte gedacht, Solar erhält noch schneller Einzug bei z.B. Kleidung, Rucksäcken, Autodächern, usw. Warum gibt es das nicht? Sind die Flächen nicht groß genug?

Stefan: In der Tat ist die Leistung auf den kleinen Flächen begrenzt. Wenn Du

Solar Panels bei einem Kunden von Stefan

auf einem Autodach einen halben Quadratmeter hast, erzeugst Du bei guter Sonneneinstrahlung gerade einmal um die 60 W, soviel wie in den Zeiten vor der LED eine Glühbirne verbraucht hat. Oft ist es weniger, weil der Himmel nur bedeckt ist.
Damit kommst Du nicht allzu weit. An Kleidung ist die Fläche kleiner und die Ausrichtung zur Sonne ungünstiger. Bei Betrachtung der elektrischen Leistung ist das nur für Anwendungen mit geringem Energieverbrauch interessant. Auf der anderen Seite ist die Lebensdauer von Kleidung nicht allzu lang und damit erzeugst Du wieder jede Menge Elektroschrott.

Tom: Wie bekommt man denn als Laie heraus, ob ein Panel groß genug ist, bzw. ausreichend Ladestrom fließt? Kann man das selber errechnen ohne Physikstudium oder Elekrikerausbildung?

Beispiel Powerbank. Nehmen wir eine mit 10.000 mAh. Wie groß müsste ein Solarpanel sein, wenn das Gerät innerhalb von 3 Tagen komplett geladen sein soll, Sonne mal vorausgesetzt. Was ist denn ein guter Wert für Ladestrom?

Stefan: In Norddeutschland erzeugen Module eine Leistung von durchschnittlich 100 W / m2. Damit kannst Du ausrechnen, dass Deine Powerbank, die 50 Wh haben müsste, 70 cm2 Modulfläche erfordert, um bei durchschnittlichem Wetter in 3 Tagen geladen zu werden.
Wenn ich die Verluste in Ladeeinheit und Batterie berücksichtige, lande ich bei 90 cm2. Das sind z.B. 9 cm x 10 cm. In der trüben Jahreszeit würde ich höher gehen. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, liegt der Ladestrom bei bis zu etwa 270 mA.
Das ist nicht ganz mein Fachgebiet. Normalerweise projektieren ich Anlagen für Hausdächer. Eine Powerbank nutze ich nicht, da eigentlich immer irgendwo eine Steckdose in der Nähe ist. Und für das Auto gibt es Adapter zum Anschluss ans Bordnetz. Wichtig ist mir dabei auch, dass Powerbanks natürlich nur wenige Jahre Lebensdauer haben und dann im Elektroschrott landen. Das möchte und muss ich nicht unterstützen.

Tom: Mal weg von den kleinen Geräten. Du installierst, wie du erzählst, selber Solaranlagen auf dem Dach der Kunden, bzw. konzipierst das und lässt montieren, ist das korrekt?
Ich habe die App gesehen, mit der du den täglichen Bericht abrufen kannst, was die Anlagen leisten. Das klingt super. Kann man damit als Kunde tatsächlich Strom sparen? Wie lange muss die Anlage laufen, damit alle Kosten für Montage und Service Pi mal Daumen wieder drin sind? Und welche Summen bewegt man da etwa?

Stefan: Nach der Planung biete ich dem Kunden eine Anlage an und

Fachgerechter Aufbau

beantworte seine/ihre Fragen. Nach der Beauftragung bestelle ich das Material und die Handwerker. Am Installationstag bin ich vor Ort, um sicherzustellen, dass alles richtig installiert und angeschlossen wird. Nebenbei kümmere ich mich um die Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber.
Es gibt für alle Wechselrichter – das sind die Komponenten, die den Strom vom Dach in das umwandeln, was wir aus der Steckdose kennen – Möglichkeiten, sich den Verbrauch über das Internet anzusehen. Auf dem gleichen Weg wird man auch über Störungen benachrichtigt.

Bei den von mir geplanten Anlagen lagen die Amortisationszeiten zwischen acht und zwölf Jahren. Aber das muss natürlich für jede Anlage individuell ermittelt werden und hängt unter anderem davon ab, wie das Haus ausgerichtet ist und wie alt der Zählerschrank ist (es gibt bei Zählerschränken keine Bestandsgarantie. Wenn er alt ist, muss man oft einiges erneuern. Und wenn man da einmal anfängt…).

Die Vergütung nach dem EEG, dem Erneuerbare Energien Gesetz, ist für 20 Jahre plus dem Installationsjahr pro Kilowattstunde festgelegt. Damit weiß man, was man für an den Netzbetreiber verkauften Strom bekommt. Der Wert des eigenverbrauchten Stroms hängt natürlich vom Wert bzw. Preis des vermiedenen Stromverbrauchs ab.

Eine kleine Anlage, d.h. in einer sinnvollen Größe für ein Einfamilienhaus, kostet zwischen 5000 € und 6000 €.

Tom: Gibt es Dächer, wo du sagst, das geht hier nicht? Oder geht jedes Dach? Wo geht es besonders gut oder besonders schlecht?

Stefan: Dächer Richtung Süden bringen den höchsten Ertrag. Mit der Änderung der Richtung sinkt er etwas. Wenn man aber nur morgens und abends zuhause ist, kann es auch sinnvoll sein, die Anlage auf ein Ost-West-Dach zu setzen, um Erzeugung und Eigenverbrauch abzustimmen.

Ein KO-Kriterium ist es, wenn die Tragfähigkeit des Dachs zu knapp ausgelegt ist und es damit das zusätzliche Gewicht des Dachgestells und der Module nicht verkraften würde. Das kommt aber eher mal bei Supermarktdächern vor. Mir ist noch kein Dach eingestürzt (lacht).

Dächer mit Blitzableitern müssen vorsichtig geplant werden. Da sind Trennabstände einzuhalten oder DC-Trenner und hochvoltfeste Erdungskabel zu verwenden. Diese Aufwände und Kosten müssen von vornherein berücksichtigt werden. Hier liegt auch der Grund, warum man die Planung als Laie nicht selber machen sollte.

Tom: Du bist in Niedersachsen zuhause, machst du das nur vor Ort oder ist das egal, wer dich beauftragt?

Stefan: Die meisten meiner Anlagen sind in Niedersachsen montiert und in Betrieb, ich habe aber auch schon eine in der Nähe von Freising bei München installiert und aktuell eine Anfrage aus dem Raum Düsseldorf. Hilfreich ist, wenn der Kunde einen Haus-und-Hof-Elektromeister seines Vertrauens hat, mit dem ich dann kooperieren kann.

Tom: Vielen Dank, Stefan. Ich wünsche Dir viel Erfolg und allzeit gutes Wetter. Kommentare und Anfragen leite ich an dich weiter.

Stefan: Vielen Dank für die interessanten Fragen. Bitte meldet euch, wenn noch etwas unklar ist. Entweder über einen Kommentar hier oder über Tom (vielen Dank dafür).

App-Tipp: Animator

App-Tipp August 2017

Übersicht der bisher empfohlenen Apps

Eine kleines, feines Programm, das jede Menge Platz für Kreativität lässt. Sehr einfach in der Bedienung, ganz sicher auch für Einsteiger geeignet. Nach ein, zwei Versuchen kennt man die wichtigsten Funktionen der Anwendung schon.

Funktion: Im Prinzip erstellt man aus lauter einzelnen ‚Blättern‘ ein animiertes Bild (GIF). So ähnlich, wie früher das gute, alte Daumenkino funktioniert hat.

Spielerei? Mitnichten. Klar kann man damit auch rumspielen, aber kleine Animationen sind oft sehr anschaulich. Wer ab und an Zettel produziert oder technische Skizzen, der erhält mit dieser App ganz neue Möglichkeiten, Funktionen anschaulich darzustellen.

Man kann tatsächlich auch ganze Filme damit produzieren, was wir in mühevoller, jahrelanger Arbeit nur für diesen Test auch gemacht haben:

Weltpremiere: Waldpilz – der Film

Ok, etwas verspielt. Ich glaube, man kann aber so ganz gut erkennen, welche Möglichkeiten sich ergeben. Kleine Animationen für Präsentationen sind genauso möglich,  wie technische Skizzen (mit Animation).

Positiv: Einfache Bedienung, Platz für Kreativität, keine Werbung. Export als animiertes GIF oder als mp4 Video möglich. Kostenlos.

App im Google Store anschauen.

Ausprobiert? Gefiel dir unser Tipp? Wir freuen uns über Feedback.

OK, Google

Ab und an ist die Steuerung per Sprache recht sinnvoll, manchmal sogar die beste Option, z.B. im Auto. Je besser es funktioniert, desto eher wird man die Funktion nutzen, so meine Überzeugung.

Was kann man Google fragen? Wie fragt man, bzw welche Schlüsselwörter versteht die Software.

Eine Übersicht mit den Google Sprachbefehlen habe ich als PDF-Dokument online gestellt.

  • Kennst du alle?
  • Nutzt du die Funktion ab und an?

Viel Spaß beim testen.

Tom

Samsung Recovery nutzen

Mit F4 beim Start ins Recovery Menü

Recovery steht für Wiederherstellung. Im Zusammenhang mit einem PC bedeutet dass, der Rechner hat einen reservierten Bereich, meist eine versteckte Partition auf der Festplatte. Wenn etwas mit der Windows-Partition (meistens c:\) passiert, kann man die Daten von der Recovery-Partition zurück kopieren. Eine Sicherung auf dem Laufwerk, auf dem Windows installiert ist, macht keinen Sinn.

Sicherung oder Wiederherstellung? Wenn man Probleme mit dem aktuellen Windows hat, lässt sich die Partition ganz leicht wieder herstellen. Natürlich kann man nur den Stand zurückholen, den man vorher gesichert hat. Regelmäßige Backups sind nötig, um möglichst wenig Daten zu verlieren. Beispiel: Ich sichere am 10. des Monats und bekomme am 16. Probleme. Dank der gesicherten Daten, komme ich auf den Stand vom 10. zurück. Alle neuen Dateien und alle Änderungen nach dem Backup am 10. sind dauerhaft verloren.

Worin liegt der Vorteil?

Sicherung oder Wiederherstellung?

Eine Sicherung mit 3 Knopfdrücken ist bequemer als die Sicherung auf einer externen Platte. Es ist immer gut, wenn ich schnell und einfach, ohne zusätzliche Hilfsmittel ein Backup erstellen kann.

Eine Komplettsicherung ist nicht zu verwechseln mit dem Datenbackup, also der Sicherung der eigenen Dateien und selber erstellten Dokumenten, Bildern, usw.

Wie starte ich die Recovery Funktion?

Das ist leider nicht ganz einheitlich, aber die allermeisten Samsung Geräte nutzen F2 für das BIOS Setup und F4 für das Recoverytool.

Sobald der Rechner startet muss man F4 drücken, bei mir ist da der Bildschirm noch schwarz.

Komplettes Backup auswählen
Eine aussagekräftige Information anfügen
Ab der zweiten Sicherung findet das Programm die alten Sicherungsdateien. Diese Daten entweder vorher verschieben oder umbenennen, ggf löschen.

Faszinierende Bedrohung

Eine tolle Technik mit neuen, tollen Features. Die Drohne aus China lässt sich per Gesten steuern und kann auch sonst eine ganze Menge.
Schaut euch mal dieses 2,5-Minuten Video an, mittlerweile gibt es jede Menge Videos von Testern in Deutschland. Bei YouTube wird man schnell fündig, Stichwort DJI Spark, so heißt das Teil. Das man damit auch ‚unfriedliche‚ Dinge anstellen kann und die Dinger vielleicht zur Plage werden, ist mir dabei bewusst.

599,- Euro kostet das Teil in der einfachen Version. Das geht noch …im Vergleich.

Da fällt mir doch ein schönes Hobby in der Zukunft ein, Stichwort Zwille: „Drohnen schießen“, das ist auch deutlich anspruchsvoller, als auf unbewegliche Lampen zu ballern :o)
Tom

RSS-Feed: Neue Artikel automatisch (wie Mails) abrufen.

Müsste man jeden Tag gucken, ob es in einem Blog was Neues gibt, würde man wertvolle Zeit verschwenden. Besser ist es doch, wenn man bereits weiß, dass es was zu lesen gibt.

Und genau dafür gibt es RSS-Feeds.

Was ist das? Vergleichbar ist das mit der Anzeige von Mails, wo nur die Betreffzeile und eine Vorschau sichtbar ist. Auf Anhieb erkennt man, ob es sich um relevante Informationen handelt oder nicht. Je nach Einstellung holt man erst dann die volle Nachricht, wenn man den Müll vorher aussortiert hat.

Mail-Programme, wie etwa Outlook und Thunderbird, können RSS-Feeds abrufen, man sagt abonnieren. Beide zeigen neue Artikel an, mindestens die Überschrift und eine Vorschau. Bei Interesse klickt man auf den Artikel und landet (wenig überraschend) bei der Original-Nachricht. Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt, aber es taugt als erste Erklärung und soll die eventuell vorhandene Scheu nehmen, die ein Begriff wie RSS-Feed auslöst.

Unten rechts gibt es verschiedene Links auf RSS-Feeds, siehe unter META. Interessant ist der Punkt ‚Beitrags-Feed‘ und die Adresse dahinter: http://blog.baxterworks.de/?feed=rss2

Bitte gib diese Adresse in dem Programm deiner Wahl ein. Das kann sein, wie oben beschrieben, ein Mail-Programm oder eine Feed-Reader-Software oder eine Reader-App für dein Smartphone, wie z.B. Flym. Suche den Punkt Feed hinzufügen (In Flym das Pluszeichen) und gib dort die Adresse http://blog.baxterworks.de/?feed=rss2 ein.

Anschließend kümmert sich dein Programm um den Abruf neuer Artikel und informiert dich, wenn es was neues gibt. So verfolge ich zum Beispiel die Nachrichten von tagesschau.de.

Noch Fragen? :o)