Qi Gong oder (M)eine Reise ins ich

Qi Gong [sprich schigong]

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich mit Meditation, mit Atemtechniken, Achtsamkeit, Selbstheilungskräften, Hypnose, habe Akupunktur kennengelernt und bin dabei auch ein wenig in die fernöstliche Philosophie eingetaucht.

 

 

„Omm“

Vor drei Jahren hätte ich beim Thema Qi Gong noch abgewinkt, aus Scherz einmal „Omm“ gesagt und mich nicht weiter damit beschäftigt. Grundsätzlich bin ich für altes Wissen und Erfahrungen anderer Kulturen offen. Es hat mich aber abgeschreckt, dass sich im Umfeld immer Wollknäuels, Klangschalen und entzückt, beglückte Ethnotouristen tummeln, so war zumindest mein Eindruck. Dieser Mode wollte ich nie folgen…

Es hat mich aber abgeschreckt, dass sich im Umfeld immer Wollknäuels, Klangschalen und entzückt, beglückte Ethnotouristen tummeln.

Das Leben hat mir dann einen Weg gewiesen. Mich wieder und wieder an den selben Punkt gebracht hat und mich somit fast gezwungen, auf die Reise zu gehen, auf die Reise nach Innen.
Ein Qi Gong Schnupperkurs hier vor Ort, da gab es keine Ausreden mehr. Und ich bin bis jetzt sehr froh, dass ich meine Scheu ablegen konnte.

Auf diesem Wege grüße ich meine neue, freundliche Gruppe und den netten, kundigen Lehrmeister. Schön, wenn einer Wissen mit Humor vermitteln kann. Und die Gruppe passt auch, ist nicht zu groß. Das macht Spaß.

Das Erste, was mir zuhause aufgefallen ist, lässt mich über mich selber schmunzeln. Ich habe die Rituale für mich entdeckt. Das, was ich vorher  noch verurteilt habe, hilft mir heute, mich einzustimmen. Ich kann auf diese Weise schneller den Punkt der Entspannung erreichen, mich in den richtigen Modus versetzen. In gewisser Weise habe ich mich konditioniert, ganz klassisch.

So bin ich heute z.B. stolzer Besitzer eines Meditationskissens und setze mir eine Kapuze auf, wenn ich zuhause übe. Das Anlegen der Kapuze und auch der feste Platz auf dem Kissen dienen schon der mentalen Vorbereitung. Dabei nehme ich mich nicht ernster, als es sein muss ;o), aber ich gehe mit Respekt an die Sache heran und ich bin überzeugt, das dies der Schlüssel für eine schöne Reise ist.

Ich könnte ohne Kissen nicht auf meinen Knien ruhen, das ist auch wahr und eine würdige Haltung hätte ich auf dem Boden auch nicht lange.  Also ist das Kissen für mich quasi ein ‚Sportgerät‘ und setzt zusammen mit der Kapuze ein Signal nach Innen: „Jetzt kommt was Gutes für mich und meinen Körper, entspann dich„.

Und mehr will ich da auch nicht rein interpretieren. Meditation oder Qi Gong brauchen ganz sicher keine Geräte und nicht weniger als deine oder meine Aufmerksamkeit und Bereitschaft zu üben. Wie immer: Übung macht den Meister. Das gilt in der ganzen Welt ;o)

So wurde mir der Begriff Qi Gong erklärt: Qi ist die Energie. Die Energie in uns genauso, wie die, die uns umgibt. Gong beschreibt das Bemühen, das dranbleiben, die Arbeit mit uns und unserem Körper.

Begriffe wie die Energie in uns kann man ganz bunt und blumig ausdrücken oder so wissenschaftlich, wie in dem Buch von Ulrich Ott (Meditation für Skeptiker), was Sticky euch vor einiger Zeit  empfohlen hat. Da muss jeder gucken, womit er klar kommt.

Beim Qi Gong gibt es einige Schulen, die jeweils Unterschiede haben. Bevor ich mir dazu einen Text aus den Fingern sauge, schicke ich euch auf die Seite des Qi Gong Verbandes. Dort ist sehr anschaulich erklärt, was es für Übungen und Begriffe gibt. Es lohnt sich auf jeden Fall mal ein wenig zu schmökern.

Es ist gar nicht so leicht, sich die Übungen zu merken. Auch wenn die scheinbar einfach aussehen. Karate in Zeitlupe hatte ich schon mal vorher aufgeschnappt, das passt gut. Qi Gong als Vorübung beim Sport ist in Asien nichts ungewöhnliches. Genauso wie nach körperlichem Stress zum regenerieren und runterkommen.

Mit folgenden Anleitungen konnte ich die Übungen aus dem Unterricht ganz prima Zuhause machen:

Noch etwas besser gefällt mir der YouTube-Kanal Einfach besser leben.

Selbstverständlich kann ich nicht in 10 Trainingseinheiten erreichen, wozu andere Jahre brauchen, aber hier gilt ganz klar: der Weg ist das Ziel. Genauso wie bei der Meditation oder beim Sport. Und in der Gruppe macht Sport meist mehr Spaß, als alleine. Die Tipps und Rückmeldungen im Unterricht kann mir kein Video ersetzen, aber zur Begleitung ist das super.

Check it all out!
Tom

Die 10 Gebote der Gelassenheit

Der Text klingt ein wenig verstaubt, aber inhaltlich finde ich das nicht schlecht. Es hat zumindest nichts an Aktualität verloren. Oder?

Die 10 Gebote der Gelassenheit:

Bild: Heike

 

01. Leben

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

02. Sorgfalt

Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern… nur mich selbst.

03. Glück

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin … nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

04. Realismus

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

05. Lesen

Nur für heute will ich eine halbe Stunde meiner Zeit meiner körperlichen oder seelischen Gesundheit widmen, der Entspannung, einer guten Lektüre oder körperlicher Betätigung.

06. Handeln

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.

07. Überwinden

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe.

08. Planen

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich daran, aber ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

09. Mut

Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände dem widersprechen sollten,  dass eine gütige höhere Macht sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

10. Vertrauen

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben.

Die Quelle: Papst Johannes XXIII. (1881 – 1963 )